Zoologist (Toronto, Kanada) 26. February 2016 – Posted in: Artisten

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Gründer:    Victor Wong
Alter:           43
Herkunft:   Toronto, Canada

Wann hast du begonnen Düfte herzustellen und wie kam es dazu?

Ich bin definitiv ein “Parfumjunkie” – Ich war immer schon auf der Suche nach neuen und alten (Vintage) Parfums, so sehr dass ich 2013 beschloss ein eigenes Parfumhaus zu eröffnen. Ich schloss mich mit ein paar sehr erfahrenen Parfumeuren zusammen, um meine ersten 3 Düfte (Beaver, Panda und Rhinoceros) zu kreieren, die wir dann 2014 veröffentlichten und einige Preise gewinnen konnten.

Die Idee, ein Parfum nach Tieren zu benennen ist nicht neu (bspw: Cartier’s Panther), aber die Düfte so zu machen, dass sie bei den Leuten wirklich eine Assoziation zum jeweiligen Tier wecken ist neu, würde ich sagen. Diese Idee kam mir einfach eines Tages als ich nach Hause ging.

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Was sind deine Lieblingsduftnoten?

Moschus, Aldehyde*, Iris,  Narzissen und viele mehr.

*dehydrierter Alkohol, kommt in Zimt, Mandeln, Birnen, Kirschen und anderen vor, wird aber großteils synthetisch hergestellt.

Was sind die größten Herausforderungen bei der Erschaffung eines neuen Duftes?

Für uns ist die größte Herausforderung, die Duftnoten so zu arrangieren, dass der Träger die Verbindung zu dem jeweiligen Tier wahrnimmt. Natürlich darf es nicht wortwörtlich wie das Tier selbst riechen, dass wäre wohl ziemlich unangenehm. Es geht uns darum die Eigenschaften des Tiers über Gerüche spürbar zu machen.

Was ist dein Lieblingsparfum (nicht nur auf die eigenen beschränkt)?

Ich habe wohl einige, aber Lanvin’s Arpege Vintage gehört definitiv zu meinen Favoriten. Ansonsten mag ich Kiehl’s Original Musk, das ist wirklich eines der inspirierendsten Parfums für meine Arbeit.

Kannst du uns ein wenig von deiner Arbeitsweise erzählen? Woher bekommst du deine Inspiration und wie beginnst du deine Kompositionen?

Es gibt zwei Herangehensweisen – eine ist sich auf einen bestimmten Duftakkord oder Inhaltsstoff zu konzentrieren. Zum Beispiel Leder, Castoreum*, Moschus oder Gewürze eines bestimmten Landes und dann in mich hinein zu hören und auszutesten, ob ich den Geruch mit einem speziellen Tier assoziiere. Die andere Methode ist genau umgekehrt. Ich suche mir ein interessantes Tier und beschäftige mich über längere Zeit mit ihm, versuche seine natürliche Umgebung und seine Lebensweise zu verstehen und das dann in einem Duft einzufangen.

*Drüsensekret des Bibers, auch “Bibergeil” genannt. Zoologist verwendet wie eigentlich alle Hersteller heutzutage natürlich die synthetische Variante. Es werden keine tierischen Produkte verarbeitet.

Wenn du keine Parfüms machen würdest, wärst du..?

Vielleicht Glasmaler. Ich war schon immer fasziniert von der Schönheit von Buntglaslampen und Kirchenfenstern.

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Was kannst du sonst noch über deine Parfüms verraten? Was macht sie so besonders?

Mir wurde gesagt, dass meine Parfums eine Nische in der Nische darstellen *lacht*. Ich will definitiv keine “Crowd Pleasers” machen, so lange ich ein paar Leute mit meiner Arbeit glücklich machen kann, bin ich völlig zufrieden. Nischenparfums werden sich selbst auch immer ähnlicher, aber Zoologist wird neben “normaleren” Düften wie Hummingbird (Kolibri), weiter mutig sein und immer wieder Risiken eingehen, die die Meinungen spalten werden: Du musst definitiv noch unser Bat-Parfum versuchen.

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Victor Wong, Ellen Covey (Bat), Paul Kiler (Rhinocerus, Panda)

Wir haben alle Zoologist-Düfte getestet, wer gern Moschus riecht wird davon nicht genug bekommen!

Homepage: http://www.zoologistperfumes.com/

Bildnachweise: © Zoologist